Weihnachtsgruß des Bürgermeisters

20.12.2023

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
sehr geehrte Ludwigsauer!

Ein Jahr ist wieder leider zu schnell vergangen. Es war schwierig und nervenaufreibend. Wir leben in einer Zeit der Veränderungen, manche nennen es „Zeitenwende“. Trotzdem sollten wir unser Mühen um das gemeinsame Miteinander nicht aufgeben. Der Kontext ist schwierig, darf aber zu keiner Relativierung führen. Hat erst kürzlich dieser Tage die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache das „Wort des Jahres“ benannt. Es lautet „Krisenmodus“.

Die Gesellschaft befindet sich seit 2020 im „Krisenmodus“. Erst die Corona-Pandemie, dann der Überfall Russlands auf die Ukraine, die Energiekrise, die Bildungsmisere und die jüngsten Geschehnisse in und um Israel. Der Ausnahmezustand ist zum Dauerzustand geworden. Das löst bei den Menschen Angst, Unsicherheit und Ohnmacht aus. Diese Gefühle beherrschen den Alltag und man weiß nicht, was noch kommt. Dies spiegelt die Realität wieder und die Realität ist derzeit ziemlich düster.

Trotzdem ist es uns, den Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und all jenen, die sich ehrenamtlich engagieren, in ihren Sparten und Zuständigkeiten, zu denen sie sich berufen fühlen, gelungen, einen verantwortungsvollen Job für unser Gemeinwesen, die Gemeinde Ludwigsau zu verrichten. Dafür mein herzlichstes Dankeschön!

Immer neue rechtliche Vorgaben durch die Europäische Union, durch Bund und Land, engen unseren kommunalen Handlungsspielraum sowohl finanziell als auch gestalterisch ein. Hierdurch wird der in unserem Grundgesetz im Artikel 28 Abs. 1 garantierte „Grundsatz der kommunalen Selbstverwaltung“ und die damit verbundene Daseinsvorsorge schmerzlich tangiert und in manchen Handlungsfeldern auf „Null“ reduziert.

Uns in Ludwigsau ist es gelungen, an unseren Projekten festzuhalten. Investitionen in die Zukunft, zum Wohle unserer Jüngsten. Erweiterungen des Kindergartens Friedlos, die Neugestaltung der Außengelände aller Einrichtungen dank der Dorferneuerung. Die Einführung digitaler Kommunikation mit einer Kindergarten-App. Eine personelle verantwortungsvolle Neuaufstellung mit innovativen Ideen.

Projekte der Dorferneuerung, Mehrgenerationenplätze, Orte des kommunikativen Miteinanders wurden umgesetzt. Letztlich noch offene Punkte auf der Agenda befinden sich in der Planungsphase und werden 2024 realisiert. Der Unternehmenspark Bad Hersfeld-Ludwigsau ist vermarktet. Einerseits zu unserem Leidwesen und der betroffenen Bürgerinnen und Bürger, anderseits bleiben uns mit Ablauf der Bodenbevorratung größere Abstandssummen erspart. Im Gegenteil konnten wir auch hier durch die Veräußerung von Randbereichen finanzielle Vorteile ziehen.

Neben einer Pumptrack, welche ihre Anziehungskraft über die Gemeindegrenzen hinweg entfaltet, konnten wir eine schicke, ansehnliche Ortsdurchfahrt realisieren. Unser Besengrundcenter ist aufgrund kooperativer Verhandlungen wieder mit Leben erfüllt. Die Verwaltung ist zur Umsetzung der digitalen Zukunft gut aufgestellt. Wir haben allen Widerständen die Stirn geboten und uns nicht von unserem Weg abbringen lassen. Diese Anerkennung und das Wort des Dankes gelten den eingangs handelnden Personen. Ohne eine kollegiale und kooperative Zusammenarbeit im gemeinsamen Miteinander wäre dies in den uns begleitenden schwierigen Zeiten nicht möglich gewesen. Offene Punkte unserer Agenda sind weiter der Radwege- und Glasfaserausbau. Hier werden uns immer wieder unsere Grenzen aufgezeigt, was sich schlicht auch unserer finalen Einflussnahme entzieht. Aber auch hier bleiben wir im Kollektiv unerbittlich. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Offene Baustellen bleiben, welche unsere künftige Herausforderung sind.

Das Leben auf dem Dorf funktioniert deshalb deutlich besser als in vielen Städten, weil wir „die Kirche im Dorf lassen“. Egal was sich auf der großen Bühne abspielt, der Zustand des Friedhofs oder die Diskussion um andere örtliche Belange sind deutlich bedeutender, um das eigene Umfeld individuell angenehm zu gestalten. Die wahre Weltpolitik rückt im Zeitalter der Globalisierung zwar immer näher an uns heran, wichtiger wird sie dadurch aber im Vergleich zu den Zwangslagen, die uns an der Basis treffen, aber nicht. Darum würden auch Kommunalpolitiker gut daran tun, nicht jede Woche alle funktionierenden Strukturen neu auf den Prüfstand zu stellen. Zumal wir ehrlicherweise sagen müssen, dass die Strukturen im Vergleich zur großen Politik noch funktionieren. Der Bürger bekommt im ländlichen Raum beim Gang in das Rathaus in der Regel das, was er begehrt. Über Diskussionen und lange Wartezeiten in den Großstädten können wir da nur den Kopf schütteln. Wir tun also gut daran, Dinge wieder ausfindig zu machen, erfinderisch zu werden, Gutes zu bewahren und nicht jedem, der uns von außen eine neue Heilslehre verkaufen will, auch den Glauben zu schenken.

Das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel möchte ich auch zum Anlass nehmen, um all denen zu danken, die daran mitgearbeitet haben, Ludwigsau in der Außendarstellung zu dieser einzigartig, wunderschönen Gemeinde auch in einer Zeit der „Unwegbarkeiten“ zu machen. Mein Dank gilt den Bürgerinnen und Bürgern, die sich trotz der schwierigen Zeit im „Krisenmodus“ auf sozialem, sportlichem und kulturellem Gebiet in Vereinen, Verbänden, Kirchen, Institutionen und Initiativen beruflich oder ehrenamtlich engagiert haben.

Nicht zuletzt danke ich den Mitgliedern der kommunalen Gremien, der Gemeindevertretung, des Gemeindevorstandes, der Ortsbeiräte, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Gemeinde und den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr recht herzlich für die gute Zusammenarbeit in all den Jahren.

Aber es gilt auch der Verstorbenen zu gedenken, die in diesem Jahr nicht das Weihnachtsfest im gewohnten familiären Umfeld begehen können.

Ich danke Ihnen für die gemeinsame Zeit, für die kollegiale und kooperative Unterstützung und die angenehmen Momente, welche ich erleben durfte. Haben Sie im Kreise Ihrer Familien eine schöne Zeit! In der Hoffnung auf ein friedliches und gesundes 2024!

Ihr
Wlfried Hagemann
Bürgermeister