Weihnachtsgruß

22.12.2022

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
sehr geehrte Ludwigsauer!

Das Jahr 2022 geht zu Ende und wir blicken zurück auf ein Jahr, das von großen Herausforderungen und einschneidenden Ereignissen geprägt wurde. Wir haben weiter mit den Auswirkungen der Covid-Pandemie zu kämpfen. Es bedarf einer erheblichen Kraftanstrengung, um dem immer deutlicher spürbaren Klimawandel zu begegnen. Und als sei das alles noch nicht genug, sehen wir uns mit dem unerklärbaren Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und dessen weitreichenden Folgen konfrontiert.

Selbstverständlich hat all dies Spuren hinterlassen und Auswirkung auf die Planung und Umsetzung des sogenannten „Tagesgeschäfts“, geförderter Projekte und Aktivitäten. Wir haben gelernt, neu und anders miteinander zu kommunizieren. Auch lag unser Augenmerk auf den Dingen, die zu „normalen Zeiten“ im Alltagsgeschäft untergegangen wären und wir wissen nun, dass wir gemeinsam gegenüber schwierigen Zeiten unsere Stirn zu bieten haben.

Bereits vor Jahren hat der Rechnungshof des Landes Hessen im Rahmen einer überörtlichen Prüfung unserer Gemeinde eine fragile Finanzstruktur bescheinigt. Hieran hat sich bis heute nichts geändert. Trotzdem waren wir alle gemeinsam auch in diesem Jahr darum bemüht, mit unseren bescheidenen finanziellen Mitteln weiter an dem positiven Renommee unserer Gemeinde zu arbeiten und dem Slogan „Ludwigsau – dreizehnmal schön“ gerecht zu werden.

Dennoch merken wir gerade in diesen schwierigen Zeiten ganz verstärkt, wie wichtig das Miteinander ist. Erst durch Austausch und Zusammenarbeit können wir Wege finden, eben jene Herausforderungen zu bewältigen, vor denen wir stehen und unseren gemeinsamen Zielen ein Stück näher zu kommen.

Normalerweise ist der Dezember dann der Zeitpunkt, um sich im Kreise der Lieben einmal in gemütlicher Runde zusammenzusetzen und das Jahr Revue passieren zu lassen.

Die Adventszeit fühlte sich in diesem Jahr jedoch kälter an als sonst.

Weihnachten ist für die meisten Menschen in dieser Welt das wichtigste und schönste Fest des Jahres. Es gibt uns Gelegenheit, auch einmal über unseren alltäglichen Horizont hinauszublicken auf die Dinge, die wirklich wichtig sind. Eine Chance, sich zu besinnen und das Wesentliche zu erkennen.

Mir persönlich ist es schwergefallen, dieses Gefühl namens Gemütlichkeit oder Geborgenheit zu spüren, das seit Kindestagen die Vorweihnachtszeit bestimmt.

Die alltäglichen Begleiter in diesem Jahr haben uns nachdenklich gestimmt und der sonst gelebten Freude einen Abbruch getan.

„Zeitenwende“, so das Wort des Jahres. Diese Begrifflichkeit bezeichnet im Allgemeinen den Übergang in eine neue Ära. Die gegenwärtigen Rahmenbedingungen haben uns ihren Stempel aufgedrückt. Globalisierung, der Inbegriff künftigen Wachstums, hat die bestehenden Abhängigkeiten schonungslos offenbart; Deglobalisierung, Gasmangellage, steigende Energiepreise als Folge deutscher Gutgläubigkeit.

Für das geschätzte Miteinander, auch in schwierigen Zeiten wie diesen, sagen wir recht herzlich danke.

Mein Dank gilt Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, die sich mit ihrem sozialen, sportlichen und kulturellen Engagement eingebracht haben sowie den Vereinen, Verbänden, Kirchen, Institutionen und Initiativen für ihre Disziplin, Geduld und Beharrlichkeit.

Unsere Gedanken sind in diesen Tagen vor dem Jahreswechsel bei den Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die nicht im Kreise von Familie oder Freunden Weihnachten feiern können, sondern ihre Zeit und Arbeitskraft in den Dienst der Allgemeinheit stellen, bei der Feuerwehr, der Polizei, im Rettungsdienst, in den nahegelegenen Krankenhäusern und in sozialen Einrichtungen – an der Grenze der gegenwärtigen Belastbarkeit. Meine Anerkennung gilt den Intensivpflegerinnen und –pflegern.

Aber es gilt auch, der Verstorbenen zu gedenken, die in diesem Jahr nicht das Weihnachtsfest im gewohnten familiären Umfeld begehen können.

Glück kann man nicht kaufen. Dennoch sind Gesundheit, Zufriedenheit und ein Leben in Frieden Geschenke, für die wir selbst nicht dankbar genug sein können.

Nicht zuletzt danke ich den ehrenamtlichen Mandatsträgern, stellvertretend hierfür den Mitgliedern der Ortsbeiräte, der Gemeindevertretung bzw. des -vorstandes, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung und dem Bauhof sowie dem Kindergartenpersonal für die gute Zusammenarbeit in schwierigen Zeiten.

Im Namen all der vorstehend genannten wünsche ich allen Bürgerinnen und Bürgern von Herzen erholsame und besinnliche Weihnachten, einen guten Jahreswechsel und ein friedliches, erfolgreiches neues Jahr. Kommen Sie bitte unbeschadet und gesund durch diese schwierige Zeit. Mögen alle Dinge Ihren individuellen Wünschen und Vorstellungen entsprechend ihren Verlauf nehmen.

Ihr

Wilfried Hagemann

Bürgermeister