Weihnachtsgrußwort des Bürgermeisters

22.12.2021

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
sehr geehrte Ludwigsauer!

Weihnachten ist für die meisten Menschen in Deutschland das wichtigste und schönste Fest des Jahres. Weihnachten verschafft uns Zeit zur Besinnung, in der wir aufatmen und Abstand gewinnen können vom hektischen Alltag. Es gibt uns Gelegenheit, über den alltäglichen Horizont hinauszublicken auf die Dinge, die wirklich wichtig sind.

Ein ereignisreiches Jahr neigt sich seinem Ende.

Der neuerliche Anstieg der Corona-Pandemie-Zahlen besorgt uns alle. Wir alle beobachten die Entwicklungen mit großer Anspannung und stecken fest – zwischen dem Heute und dem Morgen. Zwölf Millionen Erwachsene sind ungeimpft, so viele, wie es Leute gibt, die bei der Wahl für den neuen Bundeskanzler gestimmt haben. Was uns stören sollte ist der Ton, mit dem alle angesprochen werden, die abweichender Meinung sind. Aber wie finden wir als Gesellschaft den gemeinsamen kommunikativen Schlüssel einer ganzheitlichen Vorgehensweise, auch in Krisenzeiten? Eine der vielen Herausforderungen, welche es durch das neue Regierungsbündnis anzugehen gilt.

Bekanntlich ist eine Krise auch immer eine Chance. In den vergangenen Monaten hatten wir genügend Anlass, über diese Weisheit nachzudenken und sind zu dem Schluss gekommen: „Es stimmt!“

Vor uns liegt nun ein weiteres Jahr, zunächst wahrscheinlich unter dem Fortgang der gegenwärtigen Bedingungen. Gerade deswegen gestaltet sich der Blick in die Zukunft mit vielen Hoffnungen, Wünschen und guten Vorsätzen. Aber wir sollten auch unser soziales Miteinander weiterhin aktiv begleiten, uns vor der Entwicklung einer Parallelgesellschaft verwahren.

Corona war und ist für uns verwaltungsintern die größte Herausforderung. Im vergangenen Jahr waren wir gerade in der zweiten Welle der Pandemie und wir hatten da schon mit deutlich veränderten Rahmenbedingungen im Vergleich zu den Vorjahren zu kämpfen.

Heute sind wir ein weiteres Pandemiejahr und noch zwei weitere Coronawellen weiter und die Gegebenheiten sind nochmals deutlich anders als sie Ende 2020 ohnehin schon waren.

Sie haben Regularien akzeptiert, jedoch nicht ohne den nötigen Widerspruch, wie sich dies im demokratischen und gesellschaftlichen Miteinander gehört. Trotzdem haben wir in Ludwigsau den vorsorglichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie entsprochen. Dafür danke ich Ihnen im Namen der gewählten Mandatsträger und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Verwaltung recht herzlich. Nur Ihrer verantwortlichen und fürsorglichen Haltung ist es zu verdanken, dass wir bisher einen relativ unbescholtenen Weg in den Zeiten der Pandemie gehen konnten.

Persönlich hätte ich mir eine bedingungsfreiere Amtszeit gewünscht. Trotz dieser globalen, gesellschaftlichen Rahmenbedingungen haben wir unser Leitziel „Ludwigsau, dreizehnmal schön“ nie aus dem Focus verloren.

Wir haben die Sinnhaftigkeit des Lebens neu erlebt.

Die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, emotionalen und mentalen Auswirkungen dieser Pandemie zeigen sich schon heute in Fachkräftemangel und Lieferengpässen. Die endgültige Wahrheit wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

Wichtig ist: Wir als Gemeinschaft haben und werden zeigen, dass wir uns auf unserem Weg nicht beirren lassen und als Einheit uns den künftigen Herausforderungen stellen.

Die Kommunen machen auch zu Krisenzeiten einen tollen Job. Als dritte Ebene unseres föderalen Systems sind sie nicht nur Ansprechpartner und Anlaufstelle für die Betreuung der Bürger, sondern auch Aushängeschild für die gesamte Verwaltung. Doch die Herausforderungen unserer Zeit, der demografische Wandel, die Globalisierung und Digitalisierung treffen sie besonders hart. Ein ganz entscheidender Grund, um die Kommunen mit den notwendigen Mitteln auszustatten, um angemessen darauf reagieren zu können, sowohl finanziell als auch technisch und organisatorisch.

Das ist nicht einfach. 2021 war ein Wahljahr. Wir hatten Kommunal- und Bundestagswahlen. Die Mehrheitsverhältnisse und das Gesicht der Parlamente wurde neu sortiert. Es gilt sich, auf diesen Ebenen neu zu finden und letztlich im Sinne des gemeinsamen Miteinanders zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger zu agieren.

Zu groß sind die Aufgabenstellungen, um wichtige Energie, Kraft und Zeit in Nebensächlichkeiten zu vergeuden.

Gesamtwirtschaftliche als auch örtliche Herausforderungen verlangen unser vollstes Engagement.

Der Klimawandel ist eine Menschheitskrise. Wer sonst kann sie lösen als die Menschheit selbst. Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft, jede und jeder Einzelne.

Starkregenereignisse haben dies gezeigt. Auch wir müssen hier vorbeugend aktiv gestalten - aber auch das gemeinsame Ziel, unsere ländliche Region familienfreundlich, liebens- und lebenswert zu gestalten.

Richten wir unser Augenmerk nicht zu sehr auf den Nachbarn gegenüber, sondern konzentrieren wir uns auf die eigene Person und bündeln Sie die eigenen Kräfte.

Nur gemeinsam schaffen wir das und nie standen uns atemberaubendere Möglichkeiten zur Verfügung. Wir wollen global und lokal handlungsfähig bleiben.

Bedauerlich sind erhobene Bedenken der örtlichen Gemeinschaft im Vorfeld von Baumaßnahmen. Der Aufschrei in sozialen Medien, ein neuer kommunikativer Weg der Teilnahme, war groß. Haben wir nicht eine wunderschöne Ortsdurchfahrt mit einem sicheren Radweg im OT. Rohrbach auf den Weg gebracht oder hat der OT. Mecklar nicht wieder auf Jahrzehnte gesehen, eine sanierte Brückenüberfahrt. Wir sollten auch wieder lernen, positiv zu denken und einfach Danke sagen. Danke für Dinge, die wir gemeinsam gestaltet haben.

Auch andere Ortsteile wurden im Rahmen des laufenden Dorferneuerungsprogrammes mit Projekten bedacht, welche über unsere Gemeindegrenzen hinaus Anerkennung gefunden haben.

In dem laufenden Programm jener Dorferneuerung, mit welcher wir in 2022 auf der Zielgeraden sind, gilt es in weiteren Ortsteilen unserer Gemeinde gesamtkommunale als auch lokale Kleinmaßnahmen umzusetzen.

Der Radweg R12 soll, nach dem nunmehr vorliegenden Förderbescheid seinen Lückenschluss zwischen den Ortsteilen Tann und Gerterode finden. Gleiches gilt für die geplante Buswendeschleife im OT. Oberthalhausen.

Unter Beachtung der relevanten Sicherheitsvorgaben haben wir als Ihre Verwaltung auch weiter das operative Geschäft forciert. Laufende Projektierungen der Dorferneuerung als auch die Unterhaltung des gemeindlichen Infrastrukturvermögens waren Schwerpunkte unserer Tätigkeit.

Auf die in der Stille ausgerichtet Neuaufstellung der Verwaltung, den gesetzlichen Vorgaben entsprechend, möchte ich in diesem Zusammenhang nicht näher eingehen.

Gerade die größte Herausforderung der Nachkriegszeit sollte uns gelehrt haben, das tägliche Miteinander auf einem anderen Niveau zu pflegen, als es uns das persönliche Gespräch und die allgegenwärtige Berichterstattung in den Medien aufzeigt.

Wir sollten nicht unbelehrbar sein und angesichts dieser massiven Bedrohung an unserem Ego haften. Wichtig ist, dass wir uns daran erinnern, wie sich unser Leben in diesem abgelaufenen Jahr, ohne jegliche Möglichkeit einer richtungsweisenden Einflussnahme, einschränkend verändert hat. Am besten, wir fangen mit dem Erinnern gleich an.

Unsere Erfolge beruhen auf Ihren Stärken, auf Ihrer Initiative und Kreativität auf Ihrer Tatkraft und Ihrem Engagement. Unsere Erfolge beruhen darauf, dass wir all diese Probleme gemeinsam angehen.

Das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel möchte ich auch zum Anlass nehmen, um all denen zu danken, die daran mitgearbeitet haben, Ludwigsau in der Außendarstellung zu dieser einzigartig, wunderschönen Gemeinde zu machen. Mein Dank gilt den Bürgerinnen und Bürgern, die sich trotz den einschränkenden Vorgaben auf sozialem, sportlichem und kulturellem Gebiet in Vereinen, Verbänden, Kirchen, Institutionen und Initiativen beruflich oder ehrenamtlich engagiert haben.

Nicht zuletzt danke ich den Mitgliedern der kommunalen Gremien, der Gemeindevertretung, des Gemeindevorstandes, der Ortsbeiräte, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der hiesigen Verwaltung und den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr recht herzlich für die gute Zusammenarbeit in diesem Jahr. Keine Selbstverständlichkeit unter den Aspekten des persönlichen Rückzugs zum gesundheitlichen Schutz der eigen Person bzw. der Familie.

Mein besonderer Dank gilt in diesen Tagen vor dem Jahreswechsel den Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die nicht im Kreise von Familie oder Freunden Weihnachten feiern, sondern ihre Zeit und Arbeitskraft in den Dienst der Allgemeinheit stellen, bei der Feuerwehr, der Polizei, im Rettungsdienst, in den nahegelegenen Krankenhäusern und in sozialen Einrichtungen. An der Grenze der gegenwärtigen Belastbarkeit. Meine Anerkennung gilt den Intensivpflegerinnen und –pflegern.

Aber es gilt auch der Verstorbenen zu gedenken, die in diesem Jahr nicht das Weihnachtsfest im gewohnten familiären Umfeld begehen können.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich wünsche Ihnen im Namen des Gemeindevorstandes, der Gemeindevertretung, den Ortsbeiräten sowie im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde Ludwigsau ein friedliches, ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest und möchte mich für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Bürgerschaft und Verwaltung im jetzt zu Ende gehenden Jahr 2021 zu bedanken.

Ich wünsche Ihnen mit Ihren Familien besinnliche Weihnachtsfeiertage und für das kommende Jahr 2022 im Hinblick auf sich abzeichnende Lösungen des individuellen Schutzes, Gesundheit, Glück, persönliches Wohlergehen und Zufriedenheit!

Ihr
Wilfried Hagemann
Bürgermeister