Ein Wort zur gegenwärtigen Situation

01.03.2021

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

es ist mir ein innerliches Bedürfnis, mich an diesem Wochenende nochmals an Sie zu wenden. Corona, unverändert, in meinen, immer wieder an dieser Stelle an Sie gerichteten vergangenen Worten, bestimmt unser Leben weiter.

Wir alle, Sie und ich, meine Familie sind dem überdrüssig. Wo ist die Unbefangenheit, die Lebensfreude, nach Dienstschluss die Seele im Menschenmeer baumeln zu lassen und einfach „Leute zu atmen“?

Der Lockdown aufgrund des Coronavirus dauert an und die Händler in den Städten stehen mit leeren Händen vor dieser schier unüberwindbaren Hürde. Er  dauert nun bereits seit einem Jahr an. Bereits beim ersten Shutdown im Frühjahr 2020 standen viele Händler am Rand der Existenz und hatten besonderes Leid.

Neue Strategien sind gefordert und das uns seit Jahrzehnten bekannte „weiter so“ erscheint wenig hilfreich. Mein persönliches Mitgefühl liegt bei dem örtlichen Einzelhandel, den Gastronomen, dem Zentrum unserer hiesigen Städte. Nach jedem freitäglichen Einkauf fahre ich durch die hiesigen Innenstädte. Nicht aus der Langeweile, sondern vielmehr mitleidig diese erschreckenden Eindrücke mitzunehmen. Die gegenwärtige Situation zu verarbeiten. Kein pulsierendes öffentliches Leben, kein gemeinsamer Dialog auf offener Straße. Eine Verödung des kulturellen Miteinanders. Ein Einschnitt der sozialen Kontakte. Besonders betroffen. Unsere Kleinsten in den doch so wichtigen Sozialisationsphasen der frühkindlichen Entwicklung. Prägephasen für das weitere Leben.

Wie weit öffnen wir nun unsere Türen? Immer mehr Bundesländer wagen Lockerungen. Gleichzeitig steigen die Infektionszahlen wieder. Es ist eine Suche nach dem richtigen Maß. Das föderale System in unserer Republik überlässt den Ländern unterschiedliche Vorgehensweisen.

So haben wir ab dem 22.02.2021 wieder unsere Kindertageseinrichtungen geöffnet. Jedoch mit der Vorgabe eingeschränkter Betreuungszeiten und einer strikten Gruppenbetreuung ohne übergreifende Kontakte. Die ersten Hiobsbotschaften in unserem Landkreis ereilen uns schon wieder mit Gruppenschließungen. Seitens der Gemeinde haben wir aufgrund eines Initiativantrages der Mehrheitsfraktion all unsere Kindertageseinrichtungen mit transportablen Luftreinigern ausgestattet. Auf einen gesonderten Bericht in dieser Ausgabe darf ich in diesem Zusammenhang verweisen.

Wir hier in Ludwigsau versuchen Ihnen, trotz der angespannten Lage, das Leben sinnhaft, froh und erträglich zu gestalten. Sind wir dankbar, für unsere weitläufige Natur, Mehrgenerationenplätze für unsere Kinder, eine Pump- und Dirttrack, welche unsere Kinder mit Freude erfüllen. In diesem Zusammenhang auch danke für die netten Worte die mich die jüngsten Tage per Mail erreicht haben. Ich habe sie positiv, dankbar und mit eben solcher Freude zur Kenntnis genommen. In der Bürgerstuben im OT. Friedlos erfreuen uns italienische, kulinarische Genüsse. Nutzen Sie diese Angebote, um das Leben in der heutigen Zeit erträglich zu gestalten.

Ihr Wilfried Hagemann