Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr üben den Ernstfall

05.10.2020

Feuerwehr Einsatzkräfte halten sich Fit
Auch in „Corona“ Zeiten, Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr üben den Ernstfall

Vom Januar 1955 bis zum Mai 1996 diente das alte Feuerwehrhaus in der Lutherstraße, im Ortsteil Friedlos, der örtlichen Wehr als Unterkunft für die Löschfahrzeuge und Gerätschaften. Seit dem Neubau des Feuerwehrhauses im Friedhofsweg im Jahr 1995/96 und dem Umzug der Wehr in die neue Unterkunft, wird das alte Haus als Garage für den gemeindlichen Bauhof genutzt. Die Führung der Feuerwehr Ludwigsau hatte dieses alte Gemäuer schon oftmals als Übungsobjekt für Großübungen oder wie in diesem Jahr, am „Tag der Deutschen Einheit“, zu einer Atemschutzübung für alle Atemschutzgeräteträger der Ludwigsauer Blauröcke auserkoren.

Die Übungsvorgaben

Gemeindebrandinspektor (GBI)Thorsten Ernst und seine beiden Stellvertreter, Daniel Herbst und Sebastian Lehn hatten sich für diesen Tag ein spezielles Übungsszenario ausgedacht mit verschiedenen Schwerpunkten. Menschenrettung aus mit künstlichem Nebel stark verqualmten Kellerräumen und aus der Wohnung im ersten Stockwerk. Anstellen der vierteiligen Steckleiter und Rettung von Personen aus dem ersten Stockwerk über diese Leiter aus dem Fenster. In den Kellerräumen mussten mehrere vermisste Personen gesucht, gefunden und über den engen Treppenaufgang ins Freie gebracht werden. Zusätzlich musste der Sprechfunkverkehr zwischen der Einsatzleitung und den Einsatzkräften im Gebäude überwacht werden und die eingesetzten Kräfte mit der Atemschutzüberwachungstafel erfasst und registriert werden.

Für die eingesetzten Atemschutzgeräteträger ein anstrengender und schweißtreibender Job. In den 12 Ortsteilwehren der flächenmäßig größten Gemeinde in Hessen sind zurzeit 75 Atemschutzgeräteträger mit einer gültigen G 26-3 Untersuchung einsatzbereit gemeldet und an der Übung am „Tag der Deutschen Einheit“ in Friedlos beteiligten sich insgesamt 40 Kameradinnen und Kameraden.

Einsatzbereitschaft muss sichergestellt sein, trotz „Corona“

Natürlich mussten sich alle Übungsteilnehmer an die Vorgaben der „Corona“ Hygiene Vorschriften halten. „Wir müssen aber diese vorgeschriebene praktische Übung trotz der Pandemie durchziehen, denn wir können es uns nicht leisten, die Sicherheit, die Gesundheit und das Leben unserer Bürger und Mitmenschen im Brand-oder Katastrophenfall, durch mögliche Nachlässigkeiten bei der Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehren, aufs Spiel zu setzen und deswegen haben wir diesen wichtigen Übungstag am „Tag der Deutschen Einheit“ angesetzt“, sagte GBI Thorsten Ernst zu Beginn der Übung.

Die Vorgaben für Atemschutzgeräteträger nach FwDV 7

Das alte Feuerwehrhaus eignet sich hervorragend für diese praktische Pflichtübung, die jeder taugliche AT-Geräteträger einmal im Jahr, nach den Vorgaben der Feuerwehrdienstvorschrift 7-Atemschutz (FwDV 7-Atemschutz), durchlaufen muss. Des Weiteren muss eine jährliche theoretische Unterweisung an den Standorten für alle Atemschutzgeräteträger durchgeführt werden und einmal im Jahr ist ein Durchgang in der Atemschutzübungsstrecke in der Bad Hersfelder Feuerwache zu absolvieren.

Hintergrund: Die körperliche Fitness ist wichtig

Vorrausetzung für alle Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr ist, sie müssen im Einsatz eine enorme physische Belastung und psychische Beanspruchung ertragen können. Dafür müssen sie geeignet sein und darauf müssen sie sich vorbereiten. Deshalb haben sie bestimmte Voraussetzungen und Anforderungen zu erfüllen. Sehr wichtig ist ihre gesundheitliche Eignung nach berufsgenossenschaftlichem Grundsatz G 26-3, die alle drei Jahre von einem Arbeitsmediziner nach den dafür festgelegten Vorgaben überprüft wird. (Text und Fotos: G.M.)