Ostergrußwort des Bürgermeisters

07.04.2020

Liebe Mitbürgerinnen,
liebe Mitbürger,

die Corona-Krise ist eine große Herausforderung für unser Land. Um ihr zu begegnen, haben wir alle gemeinsam zahlreiche Maßnahmen beschlossen, die eine weitere Verbreitung des Virus verlangsamen und die wirtschaftliche Folgen abmildern sollen.

Angesichts der anstehenden Osterfeiertage liegt es mir fern, Sie unaufhörlich mit eindringlichen Worten zu behelligen.

Vielmehr möchte ich den Lückenschluss mit aktuellen Informationen, dies verbunden mit einem persönlichen, herzlich gemeinten Appell. Dieser gründet nicht in Panik oder Angst meinerseits.

Ich bleibe dabei!

Geben wir uns diesem hin, haben wir verloren.

Vielmehr ist es mir eine Herzensangelegenheit, Sie zu sensibilisieren.

Ostern in diesem Jahr ist nicht eine Feierlichkeit der vergangenen Jahrzehnte. Neben Weihnachten waren diese Tage immer eine Stunde der familiären Zusammenkunft. Mit den Kleinsten unserer Gesellschaft - unserer Zukunft - mit Gaben in den Nestern, die Tradition zu pflegen und Ihnen eine Freude zu bereiten.

Hier ist nun ein Riegel vorgeschoben. Auch ich persönlich bin schmerzlichst hiervon betroffen. Die Enkelin, den Enkel nicht in der hellen Freude zu erleben.

Aber wir müssen innehalten!

Sie haben mir Ihr Vertrauen geschenkt!

Schenken Sie nunmehr in unserer jetzigen Zeit Ihr gesundes Verständnis und nochmals ein Teil dessen zurück.

Beachten und leben Sie all die rechtlichen Verordnungen und Vorgaben, welche zum Schutz unseres gemeinschaftlichen Miteinanders ausgesprochen sind. Verhindern Sie in Ihren persönlichen Verhaltensweisen einen größeren Schaden für unsere Allgemeinheit. Beherzigen Sie die verschriftlichten Verhaltensweisen.

Wir - hier in unserer Gemeinde - waren gedanklich immer einen Schritt voraus, in all unseren Maßnahmen der Vorsorge. Ob dies zum allumfassenden Schutz reichen wird, das wird uns die nahe Zukunft zeigen.

Der Freitod eines angesehenen Politikers der Hessischen Landesregierung, des Finanzministers, Herrn Dr. Thomas Schäfer, hat uns in der vergangenen Woche erschüttert. Beweggründe, welche auch immer hierfür sich verantwortlich zeichnen, sollten uns angesichts der gegenwärtigen Situation nachdenklich stimmen. Wahre Motive entziehen sich unserer Kenntnis.

Vielmehr beängstigend ist, dass Wissenschaftler mittels digitaler Medien verbal Drohungen ausgesetzt sind, jene Personen, die nüchtern und sachlich unter fachlicher Expertise unsere derzeitige gesamtstaatliche Bedrohung angesichts der allgegenwärtigen Pandemie ergründen und analysieren. Sie geraten in das Fadenkreuz der gesellschaftlichen Kritik. Fortsatz der kommunikativen Verrohung, ungeachtet der aktuellen Problematik?

Gerade die Medien als mittlerweile vierte Macht in unserem demokratischen Gemeinwesen sind dafür verantwortlich, unabhängige Berater wie Virologen als Entscheidungsträger darzustellen.

Die Entscheidungen trifft aber ganz klar die Politik.

Sach- und Fachverständige wie das Robert-Koch-Institut haben nur eine wichtige, beratende Funktion, welche es nicht zu unterschätzen gilt.

Die Wissenschaft bekommt damit langsam wirklich ein Problem.

Meine Bitte:

Halten wir uns in Ludwigsau an die uns doch so schützenden Reglementierungen. Wie Ihnen auch nicht aus der regionalen Presse entgangen, ist angesichts der näher rückenden Pandemie Vorsicht das oberste Gebot der Stunde.

Wir als Verwaltung sowie die kommunalpolitischen Entscheidungsträger sind nach wie vor weiterhin für Sie da!

Nur anders!

P.S. Wenn es Ihnen ein persönliches Bedürfnis ist, nutzen Sie einfach unsere gemeinsam mit dem Verein „BUS - Bürger unterstützen sich e.V.“ geschaltete „Hotline“ unter der Telefonnummer 06621/920131.

Wir sind für SIE da!

Hier erhalten Sie Informationen, Ratschläge und Nächstenhilfe!

Alt- und Ehrenbürgermeister Thomas Baumann, Parlamentspräsident Peter Schütrumpf, Pfarrer Jörg Scheer, Fachadressat in Gesundheitsfragen, Heino Stange und weitere versierte Ansprechpartner helfen Ihnen gerne weiter!

Unser Ohr, für SIE!

In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen, wenn auch in diesem Jahr anders - in einem kleineren familiären Kreis - erholsame, besonnene, verhaltene und vor allen Dingen gesunde Tage, verbunden mit der Hoffnung, dass dieser Kelch, bewahrend unseres gemeinsamen Miteinanders, einigermaßen unbescholten an uns vorübergehen möge.

Ihr

Wilfried Hagemann
Bürgermeister